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Und wenn Sie entscheiden zu gehen, hinterlassen Sie für immer eine Lücke...

„Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen,
die in mir sind und was weiß ich von den Deinen.
Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen,
was wüsstest Du von mir mehr, als von der Hölle,
wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich.“
Vielleicht war dem so. Vielleicht hat dich wirklich niemand wirklich verstanden. Wie könnte man auch den Schmerz nachfühlen, den ein Mensch erleidet, der seine über alles Geliebte Liebe durch eine Schwere leidvolle Krankheit nach solch einer langen Zeit verliert.

 

Woher sollten wir auch nur den Hauch einer Ahnung haben, wie sehr du gelitten hast. Stets hast du gelacht, warst fröhlich. Niemals kam auch nur ein trauerndes Wort über deine Lippen, so selten flossen Tränen.
Vielleicht hattest du Angst. Warst du doch schon zu Lebzeiten unserer Oma nicht immer liebevoll zu ihr. Es muss dir heuchlerisch vorgekommen sein, sie jetzt so sehr zu vermissen. Uns jetzt allen zu zeigen, wie sehr du sie doch geliebt hast!!

 

Du hast den Weg des Schweigens gewählt. Hast dich still und heimlich Tag um Tag aus dem Bett gequält. Hast deinen Tagesplan abgearbeitet, akribisch genau hast du dich an deine Zeitvorhaben gehalten. Hast bei allen Festen und Feiern deine „Pflichtstunden“ abgesessen, warst ausgelassen und fröhlich.
Wie gut du dich doch in den Mantel des Schweigens hülltest, wie gut du deine Rolle spieltest und deine Maske Tagein Tagaus trugst.

 

Doch in Wirklichkeit ist mit Omas Tod auch ein Teil von dir gestorben. Ich wage zu sagen, deine Seele ging mit ihr.. Dein Leben war mit ihrem Tod verwirkt..
Du hast versucht, auch ohne sie weiterzumachen. Als wäre nichts geschehen..

 

Doch letztlich, als du deine stumme Trauer selbst nicht mehr tragen konntest, da hast du den für dich einfachsten Weg gewählt… Du bist gegangen.. Für IMMER!!!!

 

Überall im Haus hast du uns Botschaften hinterlassen, kleine Notizen, Gedanken, Gefühle, letzte Andenken. Mehr ist uns nicht geblieben von dir.

 

 

Nichts mehr von dir!!!

 

FEIGE BIST DU ABGEHAUEN!!!

 

Warst zu egoistisch auch nur einen Gedanken an deine Kinder, deine Enkelkinder zu verschwenden..
Leblos, wie eine Puppe hat Sie dich gefunden, deine Tochter! Erhängt an einem Strick, qualvoll erdrosselt, das Gesicht schon blau!
Kannst du wirklich so rücksichtslos gewesen sein????

 

Haben wir nicht schon genug gelitten? War Omas Krankheit nicht schon schmerzvoll, ihr Leidensweg für uns alle nicht schlimm genug??  
Haben wir dir nicht alle immer wieder gezeigt, wir sind da? Wir sind froh, dass es dich gibt? Das wir dich lieb haben?

 

Ich kann es einfach nicht verstehen, du sollst jetzt einfach weg sein.. Und mit welchen Gefühlen lässt du uns zurück?
„Ihr fragt, warum wir traurige Lieder singen. Weil wir traurig sind, weil wir traurig sind.
Und ihr fragt, warum wir aggressive Lieder singen. Weil wir wütend sind, nur weil wir wütend sind.“
Und nun, welches Gefühl ist es, was ich überschwappen lassen soll???
Hilf mir doch bitte, Ich weiß es nicht!

 

„Wer Selbstmord begeht, tötet immer noch einen anderen“

23.8.08 19:30, kommentieren





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